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"Ostpreussen das Land der vergessenen Träume"


Die Marienburg Ein Land, gelegen zwischen Weichsel und Memel, im Norden begrenzt durch frisches und kurisches Haff, ist so wechselhaft und mannigfaltig in seiner Naturdarbietung wie selten ein Land in Europa.

Einst Hochburg des Deutschen Ordens, dann im politischen Wechselspiel der Machtansprüche über Jahrhunderte der mit umstrittenste Teil des Deutschen Ostens. Zeugen dieser geschichtlichen Vergangenheit sind gewaltige Backsteinbauten, die als Wehrkirchen im 13. und 14. Jahrhundert ihre Verwendung gefunden hatten.

Ein besonderes Juwel aus dieser Zeit ist die Marienburg (Westpreußen) unmittelbar an der Weichsel gelegen. Mit einer großen Liebe zum Detail wurde die stadtähnliche Burganlage von polnischen Restauratoren wieder instand gesetzt. Die polnische Gebäuderestauration hat im historischen Baubereich Weltklasse erlangen können.

Dieses Land der krassen Gegensätze kann landschaftlich mal lieblich und verspielt, ja auch herb und gigantisch vor einem liegen. Besonders das Land der Masuren bietet dem Besucher kleine verspielte Waldseen, ohne jegliche Zivilisationsansiedlungen bis hin zu Seengrößen von 117 Quadratkilometern, dem Spirdingsee. Auch die Bodenqualitäten sind so unterschiedlich, dass man magerste- bis fetteste Böden vorfindet. Landschaftlich kann man dieses Land dem Baltikum bedenkenlos zuordnen, klimatisch bedarf es keiner Frage. Die heißen Juli- und Augusttage liegen in dem Plusbereich um 30 Grad, und gegensätzlich kann das Quecksilber im Winter -besonders im Januar- ebenfalls um 30 Grad in den Minusbereich sinken. Gnadenlos peitscht dann der Wind aus dem nahen Russland über den beschriebenen Landschaftsbereich. Der Frühling kommt 14 Tage später und die Laubbäume sind Ende Oktober schon kahl, wenn erst bei uns der "Maler Herbst" seinen Einzug gehalten hat und in seinem Studio alle Hände voll zu tun hat.

Auch heute ziehen noch in den dunklen Forsten Ostpreußens urige Hirsche und Elche. Der Wolf kommt immer wieder zurück in das Land und ist dann der Vorbote des schon bald nahenden Winters.

Ein besonderes Interesse wurde von den deutschen Jägern an diesen wunderschönen Revieren wieder neu entdeckt und bekundet. Die äußerst freundliche und liebenswerte Art der jetzigen Menschen hat sehr viel dazu beigetragen, dass die Wunden der Vergangenheit beginnen zu verheilen. In einem vereinten Europa wird Masuren einmal ein Fremdenverkehrsgebiet von äußerst großem Wert sein. Jetzt schon werden Maßnahmen eingeleitet und Naturschutzgebiete von riesigem Format aus diesem Erschließungsprozess ausgeschlossen. Nur so kann dieses Land -eines der schönsten und urigsten Teile Europas- vor Schaden und Ausverkauf geschützt und in seiner Eigenart für spätere Generationen erhalten und bewahrt bleiben.